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Marathon & Halbmarathon

Marathon-Trainingsplan: so kommst Du gesund an die Startlinie

Die meisten Marathons werden nicht bei Kilometer 35 verloren, sondern acht Wochen vorher, wenn die Achillessehne oder das Knie streikt. Ein guter Marathon-Trainingsplan ist deshalb vor allem eins: ein Plan gegen Verletzungen.

Der häufigste Fehler: zu oft zu schnell

Wer sich auf einen Marathon vorbereitet, will jede Einheit „gut“ laufen. Das Ergebnis sind viele Läufe in einem mittleren, zähen Tempo, das zu schnell zum Erholen und zu langsam für echte Reize ist. Ausdauersportler auf hohem Niveau machen es auffällig anders: Rund 80 Prozent ihrer Einheiten laufen sie locker, nur ein kleiner Teil ist wirklich hart [1].

Dass dieses Muster auch bei ambitionierten Freizeitsportlern funktioniert, zeigt eine Studie, in der vier Trainingsmodelle neun Wochen lang verglichen wurden. Die Gruppe mit polarisiertem Training, also viel locker und wenig sehr intensiv, verbesserte ihre Ausdauerwerte am stärksten [2]. Für Deinen Marathon-Trainingsplan heißt das: Die lockeren Läufe sind kein Füllmaterial. Sie sind das Fundament.

Wie lange dauert die Marathon-Vorbereitung?

Mit einer soliden Laufgrundlage, also regelmäßigem Laufen über mindestens ein halbes Jahr und problemlosen Läufen über 15 Kilometer, planen wir meist 16 bis 20 Wochen spezifische Marathon-Vorbereitung. Wer bei null anfängt, sollte sich zuerst einen Halbmarathon vornehmen. Das ist keine Vorsicht aus Prinzip, sondern Belastungssteuerung: Sehnen und Knochen passen sich langsamer an als Herz und Lunge.

Verletzungen: das eigentliche Risiko im Marathontraining

Laufeinsteiger verletzen sich pro Trainingsstunde deutlich häufiger als erfahrene Freizeitläufer. Eine Meta-Analyse kam bei Neueinsteigern auf mehr als doppelt so viele laufbedingte Verletzungen pro 1000 Laufstunden wie bei regelmäßigen Freizeitläufern [3].

Entscheidend ist dabei weniger die absolute Kilometerzahl als die Frage, wie schnell sie steigt. Die Belastung der letzten Woche im Verhältnis zu den letzten vier Wochen ist ein brauchbarer Warnwert: Plötzliche Sprünge im Umfang gehen mit deutlich mehr Verletzungen einher, während eine stetig aufgebaute hohe Belastung eher schützt [4]. Unsere Marathon-Trainingspläne bauen deshalb Entlastungswochen ein und steigern nicht linear, sondern in Wellen.

Krafttraining gehört in jeden Marathon-Trainingsplan

Viele Läufer lassen Krafttraining weg, weil sie die Zeit lieber in Kilometer stecken. Die Studienlage spricht dagegen. Eine systematische Übersicht zu Mittel- und Langstreckenläufern fand, dass zusätzliches Krafttraining die Laufökonomie verbessert, also wie viel Energie Du bei einem bestimmten Tempo verbrauchst, und auch die Leistung im Zeitlauf [5]. Dazu kommt der Schutzeffekt: Krafttraining senkte das Verletzungsrisiko in einer großen Meta-Analyse auf weniger als ein Drittel [6]. Zwei kurze Einheiten pro Woche mit Fokus auf Waden, Oberschenkel und Hüfte reichen.

So kann eine Trainingswoche aussehen

TagEinheitZweck
MontagRuhetag oder MobilitätErholung
DienstagIntervalle, z. B. 5 × 1000 mTempohärte
MittwochKrafttraining, 40 MinutenBelastbarkeit, Laufökonomie
DonnerstagLockerer DauerlaufGrundlage
FreitagRuhetagErholung
SamstagLockerer Lauf + KrafttrainingGrundlage, Stabilität
SonntagLanger LaufMarathon-spezifische Ausdauer

Beispielhafte Struktur einer mittleren Vorbereitungswoche. Umfang und Tempo werden individuell festgelegt.

Halbmarathon-Trainingsplan als erster Schritt

Wenn der Marathon noch zu weit weg ist, ist der Halbmarathon das bessere Ziel. Unser Programm Road To Halbmarathon begleitet Dich vom aktuellen Stand bis über die Ziellinie, egal ob es Dein erster Halbmarathon ist oder Du an Deiner Bestzeit arbeitest. Wer in Lünen und Umgebung wohnt, kann das mit Lauftraining vor Ort kombinieren.

Häufige Fragen

Wie viele Kilometer pro Woche brauche ich für einen Marathon?

Das hängt von Zielzeit und Vorgeschichte ab. Wichtiger als eine feste Zahl ist, dass der Umfang langsam und mit Entlastungswochen steigt.

Wie schnell sollte ich meine langen Läufe laufen?

Deutlich langsamer als Dein geplantes Wettkampftempo. Als Faustregel: Du solltest Dich dabei noch in ganzen Sätzen unterhalten können.

Ab wann kann ich mit einem Marathon-Trainingsplan starten?

Wenn Du seit einigen Monaten regelmäßig läufst und 15 Kilometer ohne Beschwerden schaffst. Sonst ist ein Halbmarathon-Trainingsplan der bessere Einstieg.

Ich hatte schon Laufverletzungen. Kann ich trotzdem einen Marathon laufen?

Oft ja. Vorher sollte aber klar sein, warum die Verletzung entstanden ist. Hier hilft der physiotherapeutische Blick. Kläre den Start bei bestehenden Beschwerden bitte ärztlich ab.

Was kostet ein Marathon-Trainingsplan?

Schreib uns kurz Dein Ziel über das Kontaktformular. Der Halbmarathon-Plan Road To Halbmarathon ist direkt im Katalog bestellbar.

Dein Marathon, Dein Plan

Schreib uns Dein Zielrennen, Deine aktuellen Wochenkilometer und Deine Verletzungsgeschichte. Wir sagen Dir ehrlich, ob die Zeit bis zum Start reicht, und erstellen Deinen Plan.

Lieber direkt? 02306 7586971 · info@mrtrainingsplaene.de

Quellen

  1. Seiler S. What is best practice for training intensity and duration distribution in endurance athletes? Int J Sports Physiol Perform. 2010;5(3):276–291. PubMed 20861519
  2. Stöggl T, Sperlich B. Polarized training has greater impact on key endurance variables than threshold, high intensity, or high volume training. Front Physiol. 2014;5:33. PubMed 24550842
  3. Videbæk S et al. Incidence of running-related injuries per 1000 h of running in different types of runners: a systematic review and meta-analysis. Sports Med. 2015;45(7):1017–1026. PubMed 25951917
  4. Gabbett TJ. The training-injury prevention paradox: should athletes be training smarter and harder? Br J Sports Med. 2016;50(5):273–280. PubMed 26758673
  5. Blagrove RC, Howatson G, Hayes PR. Effects of strength training on the physiological determinants of middle- and long-distance running performance: a systematic review. Sports Med. 2018;48(5):1117–1149. PubMed 29249083
  6. Lauersen JB, Bertelsen DM, Andersen LB. The effectiveness of exercise interventions to prevent sports injuries: a systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. Br J Sports Med. 2014;48(11):871–877. PubMed 24100287

Die Inhalte dieser Seite ersetzen keine ärztliche Untersuchung. Bei Beschwerden, Vorerkrankungen oder nach Operationen kläre den Trainingsbeginn bitte vorher mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt ab.